(lat. Acus = Nadel und punctum
= Stich)
Herkunft und Geschichte
Seit über 3000 Jahren befindet sich die Akupunktur im
Erfahrungsschatz chinesischer Ärzte und wurde ca. 400 v. Ch.
in dem medizinischen Buch Des gelben Kaisers Lehrbuch der inneren
Medizin dokumentiert. Um diese Zeit erschienen auch die ersten Berichte
über die medizinischen Erfolge dieser Behandlungsmethode.
Ursprünglich waren 365 Akupunkturpunkte ausschlaggebend. Im
Laufe der Jahrhunderte wurden jedoch noch weitere gefunden, so dass
heute auf modernen Schaubildern bis zu 2000 Punkte dargestellt
sind.Seit 1979 wird die Akupunktur von den Experten der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell bei über 40
Krankheiten empfohlen.
Hintergrund
Der Körper ist It. Chinesischer Medizin Teil der Natur. Das
Gleichgewicht zwischen den beiden gegensätzlichen, aber
ergänzenden Kräften Yin (weibliche Kraft) und Yang
(männliche Kraft) ist hierbei Voraussetzung. Besteht ein
Ungleichgewicht zwischen den beiden Kräften kann es zu
Krankheiten und Beschwerden führen. Ein
Yang-Überschuss kann plötzlich auftretende Schmerzen,
Entzündungen, Krämpfe, Kopfschmerzen und hohen
Blutdruck zur Folge haben; zuviel Yin dumpfe Schmerzen,
Frösteln, Wasseretention, Ausfluss und Müdigkeit.
Diagnose und Therapie bei der Akupunktur soll dieses Ungleichgewicht
erkennen und anschließend beheben.
Die wichtigsten Punkte liegen meist auf den 12 Haupt-Meridianen, die
nach dem Organ benannt sind, mit welchem sie verbunden sind: Herz,
Dünndarm, Blase, Nieren, Gallenblase, Leber, Lunge, Dickdarm,
Magen, Milz, Bauchspeicheldrüse und zwei weitern Organen, die
in der westlichen Medizin nicht anerkannt sind: Kreislauf-Sexus
(reguliert den Kreislauf und ist bei sexueller Aktivität
wichtig) und der Dreifache Erwärmer (steht in Beziehung zu den
Hormondrüsen und reguliert die Körperwärme).
Die Lebensenergie Qi fließt im menschlichen Körper -
wie Elektrizität in einem Gerät -über
vorgegebene Stromkreise, den Meridianen. Durch körperliche,
seelische und äußerlich bedingte Krankheiten kann
dieser Energiefluss verändert sein; verlangsamt oder ganz
blockiert oder zum falschen Organ geleitet werden.
Das Ziel der Akupunktur ist den Energiefluss in Richtung und
Stärke wieder zu normalisieren. Die Akupunkturpunkte werden
anhand von überlieferten Regeln ausgewählt. Der
Akupunkteur untersucht den Körper nach der Lehre der TCM
(Traditionelle Chinesische Medizin) und fühlt die 12 Pulse der
traditionellen Akupunktur, wobei jeder der 12 wichtigsten Organe und
Funktionen vertritt. Er erkennt Störungen des Energiestroms
Qi, die auf eine mögliche Erkrankung der zu einen Puls
gehörenden Organe hinweisen.
Die Verfahrensweise
Akupunktiert wird mit Gold-, Silber- oder Edelstahleinwegnadeln, wobei
die Nadel schnell und ohne dass es blutet in den entsprechenden Punkt
gestochen wird, welcher der Akupunkteur zwischen Daumen und Zeigefinger
dreht, um Energie von einem Punkt abzuziehen oder zu verteilen. Der
Patient spürt dabei lediglich eine leichte Taubheit oder ein
Prickeln. Die Nadeln verbleiben je nach Reaktion des Patienten auf
vorangegangene Behandlungen und der zu behandelnden Krankheit entweder
nur für einige Minuten oder auch für ca. 30-60
Minuten in den entsprechenden Punkten. Im Allgemeinen wirkt die
Behandlung schrittweise, kann aber die Beschwerden nach der ersten
Behandlung auch verschlechtern. Nach 4-6 Behandlungen
verspüren Sie jedoch meist eine Besserung der Beschwerden. Bei
komplizierten Krankheiten kann eine Besserung aber auch erst nach
weiteren Behandlungen eintreten.
Indikationen als Auszug aus den Empfehlungen des WHO
- Allergien (Heuschnupfen)
- Asthma und Bronchitis
- Magen- und Darmerkrankungen
- Blasenentzündung
- Div. Hautkrankheiten
- Schulter-Arm-Syndrom
- Nackenschmerz, -steife
- Chron. Kreuzschmerzen, Ischialgie
- Arthroseschmerz
- Tennisellbogen und Golferarm
- Migräne, Trigeminusneuralgie
- Div. Ohren- und Augenerkrankungen
- Menstruationsbeschwerden
- Sanfte Geburt
- Schlafstörungen
- Drogenentzug
Achten Sie darauf, dass Sie bei der Behandlung entspannt sitzen oder
liegen. Lenken Sie sich während der Behandlung nicht ab.
Konzentrieren Sie sich auf das typische De Qi Gefühl der
Akupunktur (wärme und leichter Druck). Vielleicht gelingt es
Ihnen, den durch die Akupunktur angeregten Energiefluss in Ihrem
Körper zu spüren. Schonen Sie sich nach der
Behandlung. Während und nach der Behandlung heilt Ihr
Köper - gönnen Sie ihm hierfür Zeit und
Ruhe!